Die Geschichte der chinesischen Kalligraphie

Die chinesische Kalligraphie hat seit jeher eine besondere Wirkung auf uns westliche Menschen: Die andersartigen und fremden Schriftzeichen faszinieren uns, sie wirken exotisch und bringen ein geheimnisvolles Flair mit sich. Um das Geheimnis zu lüften, erlernen immer mehr Menschen die traditionelle chinesische Schrift. Sie wird unter anderem an deutschen Konfuzius-Instituten gelehrt.

Chinesische Kalligraphie als Kunstform
Die chinesische Kalligrafie ist eine Kunstrichtung, die in engem Zusammenhang mit der chinesischen Malerei steht. In beiden Künsten werden die gleichen Werkzeuge verwendet. Daher ist es kein Wunder, dass berühmte chinesische Kalligrafen oft auch bedeutende Maler waren. Einer der berühmtesten chinesischen Kalligrafen war Wang Xizhi, sein Stil ist auch heute noch Grundlage des Kalligraphie-Unterrichts.

Eine logografische Schrift
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, aber in der chinesischen Sprache sind die Worte selbst Bilder: Im Unterschied zu der lateinischen oder arabischen Schrift handelt es sich bei der chinesischen Schrift um eine logografische Schrift. Sie basiert auf der grafischen Abbildung von Dingen, ähnlich wie die ägyptischen Hieroglyphen.
Für die chinesische Kalligrafie werden vier Utensilien gebraucht: Pinsel, Reibstein, Tuschestab und Reispapier. Diese sind auch als die „Vier Schätze des Gelehrtenzimmers“ bekannt. Im traditionellen China galt es als Merkmal gebildeter Vornehmheit, diese Schreibwerkzeuge zur Verfügung zu haben.

Bei den chinesischen Schriftzeichen gibt es nur sechs grundlegende Pinselstriche, die auf verschiedene Weise kombiniert werden können und verschiedene Wörter oder Buchstaben sowie deren Bedeutung ausdrücken.

 
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Die sechs grundlegenden Striche in der chinesischen Schrift

Diese sechs grundlegenden Striche bilden das Herz der chinesischen Kalligrafie. Sie kombinieren und bilden daraus abgeleitete Striche, die vermischt noch komplexere Wörter und Begriffe ergeben. Die Strichfolge ist von größter Bedeutung. Um ein Wort auf Chinesisch schreiben zu können, muss man die Bewegung von oben nach unten, von links nach rechts und von außen nach innen beherrschen. Wie beim Großteil der chinesischen Philosophie ist die Harmonie das letztendliche Ziel.

Die Kalligrafie war in China ein wichtiger Teil der Ausbildung und sollte Rückschlüsse auf die Persönlichkeit ermöglichen. Sogar chinesische Kaiser waren bemüht, sich in Kalligrafie auszuzeichnen.

Wie viele Schriftzeichen muss man kennen, um die Sprache lesen zu können?
Um eine Zeitung lesen zu können: ca. 3.000 Zeichen. Um sprachgewandt zu sein: ca. 5.000 Zeichen. Und um sie lehren zu können: ca. 8.000 Zeichen. Insgesamt existieren ca. 50.000 spezifische chinesische Schriftzeichen, von denen nur ein(en) Bruchteil für die tagtägliche Kommunikation verwendet wird.

An unseren 18 Standorten  findet ihr regelmäßig verschiedene Pinsel- und Kalligraphie-Sets aus einer Werkstatt in Peking. Wir haben den Pinselhersteller auf einem Markt in China kennengelernt. Seine Naturhaarpinsel erreichen uns exklusiv zu den Container-Ankündigungen aus China!

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