Keramik aus Kappadokien

Von Kastamonu nach Kappadokien waren es mehr als 6 Stunden Fahrt, aber es war die Reise wert!

Kappadokien hat eine einzigartige Landschaft zu bieten. Eigenwillig bizarre Felsformation mit vielen Höhlen, die den Menschen über Jahrtausende bis in die Gegenwart Unterkunft geben. Wir besuchten direkt nach der Ankunft die empfohlene Töpferei-Werkstatt, die tatsächlich auch in einer tiefen Höhle gelegen war.

Wie wir von der nordanatolischen Wirtschaftsförderung erfuhren, verfügt die Türkei und insbesondere Anatolien über 2 Millionen m³ natürlichen Kühlraum – in Form von unterirdischen Höhlen. Unglaublich- und wirklich interessant.

Eine derartige Höhle wurde in ein Museum umgewandelt und Güray, der Werkstattbesitzer in 6. Generation (und Museumsbetreiber), empfing uns mit freundlicher Wärme.

Werkstatt und Verkaufsraum umfassten 1000 qm. Wir stöberten durch das reichhaltige Sortiment, trafen eine erste Vorauswahl und baten um Erstellung eines Preisangebotes für die einzelnen ausgewählten Stücke.

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Am nächsten Tag wollten wir wiederkehren. Als wir den Werkstattbesitzer um die Empfehlung einer geeigneten Übernachtungsmöglichkeit baten und auf die recherchierten Angebote aus dem Internet verwiesen, lehnte er unsere ‚Favoriten‘ vehement ab - und empfahl uns ein Höhlenhotel in Göreme – etwa 10 km entfernt.

Ohne zu wissen, was uns dort erwarten würde, ließ sich trotz Abenddämmerung schon auf dem Weg dorthin an der Gesteinslandschaft erkennen, dass wir hier an einem besonderen Ort landen.

Der liebe Gott hatte über die letzten 100 Mio Jahre in Kappadokien eine einzigartige Steinlandschaft wachsen lassen, die sich die Menschen dort in den letzten 4000 Jahren als Wohnraum zunutze gemacht haben. Überall in Göreme findet man hütchenförmige Steinformationen, die von Menschenhand in den letzten Jahrhunderten ausgehöhlt und bewohnbar gemacht wurden.

Nach langer Tour fielen wir erschöpft in die Betten unseres Höhlenhotels und wurden am nächsten Morgen wie üblich durch den Gebetsruf des Muezzin geweckt.

Beim Blick aus unserem Höhlenzimmer konnte ich meinen Augen zunächst nicht trauen: Nur 20 m am Fenster vorbei flog ein riesiger Heißluftballon mit 20 Gästen besetzt.

 

 



Was wir nicht wussten, aber in den darauf folgenden Tagen erfuhren: Kappadokien bietet aufgrund seiner klimatischen Ausgangslage an über 220 Tagen pro Jahr flugfähige Wetterbedingungen - und ist damit der weltweit beste Ort zum Ballonfliegen. Entsprechend groß ist die Routine der Ballonpiloten, die gerne durch enge Schluchten und nah an Hausfassaden entlang fahren.

Und so steigen fast jeden Morgen zwischen 30 und 50 Ballons auf - und unterhalten mit der Reise durch einzigartige Landschaft Ihre zahlenden Fluggäste - wie auch die Zuschauer am Boden.

Tags: Türkei